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Branchenbefragung - "Chancen der Beschäftigung Älterer in und nach der Coronakrise"

 

Jahresanfang 2022

Die Branchenbefragung 2022 führt eine Befragung zu den Beschäftigungschancen Älterer aus dem Jahre 2016 fort. Die Pandemie erzeugte eine Krise auf dem Arbeitsmarkt, der u.a. mit Kurzarbeit, aber auch mit Freisetzungen begegnet wurde. Es ist daher von besonderem Interesse, wie sich die Beschäftigung Älterer in der Krise entwickelt hat.  

 

Ausgangspunkte der Branchenbefragung 2022

  • Die Alterung der Belegschaften in Deutschland schreitet nach wie vor voran. 
  • Zudem deuteten sich in der Coronakrise in verschiedenen Branchen eine Reaktivierung Älterer an, während in anderen Branchen Kurzarbeit vorherrschte. Auch die Arbeitslosigkeit stieg während Corona an. 
  •  Mit der Branchenerhebung in der Chemie- und Pharmaindustrie soll den Beschäftigungswirkungen für ältere Arbeitnehmer in der Krise nachgegangen werden.
  • Die Ausgangshypothese lautet, dass die Coronasituation und die im Jahr 2021 besonders deutlich gewordenen Lieferengpässe sowie der Digitalisierungsschub den frühzeitigen Übergang Älterer in die Rente forcieren. 

 

Ziele der Befragung 2022 und Vergleich zu 2016
Mittels einer Onlinebefragung der mit vielen Klein- und Mittelbetrieben (KMU) besetzten Chemie- und Pharmabranche wird erhoben, wie sich die Beschäftigungssituation Älterer in der Krise verändert hat. Bundesweit werden Personalverantwortliche von kleineren und mittleren Betrieben der Chemie-, Pharma- und verwandter Branchen befragt. Eine ähnliche Befragung von IAB und HdBA fand in einem von Wachstum geprägten Wirtschaftsumfeld bereits 2016 statt („Einstellung und (Weiter)Beschäftigung Älterer in der Chemieindustrie“, EBA I). 
Wir gehen heute davon aus, dass die Entwicklung in den zu befragenden Branchen eine Differenzierung nach Beschäftigungsrisiken Älterer erlaubt: hier chemische Basisprodukte, dort eine medizinische Produktpalette. Der Vergleich zur Befragung 2016 lässt Aussagen zu den Beschäftigungschancen Älterer im damaligen konjunkturellen Aufwärtspfad zur heutigen Corona- und lieferkettenbedingten Krisensituation zu. Fokussiert werden Veränderungen, Risiken und Chancen in der Beschäftigung Älterer sowie veränderte Problemlagen und Strategien des Alter(n)smanagements der Betriebe.

 

Problemstellung 

  • Die Erwerbsbeteiligung Älterer legte in Deutschland im letzten Jahrzehnt erheblich zu – ebenso wie die Alterung der Erwerbsbevölkerung insgesamt. Die Erwerbquote Älterer stieg bei den 55- bis unter 60-Jährigen von 70,3 % im Jahr 2002 auf 83,5 % im Jahr 2020 und bei den 60 bis unter 65-Jährigen sogar von 25,9 % auf 63,0 %. Auch die Arbeitslosenquote Älterer (55- bis unter 65-Jährige) ging im selben Zeitraum von 11,2 % auf 3,2 % zurück und lagen vor der Pandemie sogar noch tiefer.
  • Daten des IAB-Betriebspanels zeigen seit langem, dass nur ein kleiner Anteil der Betriebe (im Jahr 2015 nur 17 Prozent) in Deutschland alters- und alternsgerechte Maßnahmen durchführen. Immer wieder wird deutlich, dass mit der Größe der Betriebe das Maßnahmenangebot steigt.
  • Zu welchen Folgen aber führt die Alterung Beschäftigten und deren längerer Verbleib in den Betrieben? Kleinere und mittlere Betriebe verfügen naturgemäß weder über die personellen und die finanziellen Mittel von Großbetrieben noch über entsprechend ausgebaute Personalabteilungen. Sie stehen daher vor besonderen Herausforderungen durch die Alterung ihrer MitarbeiterInnen.
  • In der Chemiebranche hat der Arbeitgeberverband (BAVC) mit der zuständigen Gewerkschaft (IGBCE) mehrere Tarifverträge zum Demografischen Wandel abgeschlossen. Die Branche übernimmt mit diesen Tarifverträgen eine Vorreiterrolle in Deutschland. Durch das Angebot mehrerer Instrumente im Tarifvertrag ist von einer starken thematischen Sensibilisierung auch in den KMU auszugehen. 

 

 

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