Professor umringt von seinen Studierenden
Forschung

Qualitative Evaluation der Berufseinstiegsbegleitung

Forschungsprojekt Q-E-BerEb 2025 – 2027, HdBA Schwerin

Projektleitung
Prof. Dr. Sebastian Brandl
Prof. Dr. Ingo Matuschek
Prof. Dr. Michaela Schulze

Projektmitarbeitende
Imke Goßmann
Sven Wagner

Projektlaufzeit
2025 – 2027

Projektbeschreibung

Die Ausgangslage

Der Übergang von der Schule in den Beruf fällt Jugendlichen nicht immer leicht – zumal dann, wenn zum Beispiel das Umfeld aus ganz unterschiedlichen Gründen nur wenig Unterstützung für Schülerinnen und Schüler bieten kann. Jugendliche haben es so unter Umständen schwer, sich bereits frühzeitig auf Orientierungssuche zu begeben, eine berufliche Vorstellung zu entwickeln oder ganz praktische Schritte für die Berufswahl oder die Aufnahme einer betrieblichen Ausbildung zu gehen. Auch der erfolgreiche Abschluss der Schulzeit kann gefährdet sein.

Gesetzgeber und die Bundesagentur für Arbeit haben daher vor einigen Jahren mit der Berufseinstiegsbegleitung ein Instrument aufgelegt, welches sich an bestimmte Jugendliche richtet, die vor solchen Herausforderungen stehen. Im Sinne einer individuellen Betreuung werden ihnen in der Regel ab der achten Klasse, also im Jahr vor der Abgangsklasse Berufseinstiegsbegleiter und -begleiterinnen zur Seite gestellt. Sie unterstützen beim Schulabschluss sowie insbesondere bei Fragen des Übergangs in eine betriebliche Ausbildung. Dies wird bis zu einem halben Jahr nach Aufnahme einer Ausbildung weitergeführt und stabilisiert so den Übergang aus dem Schulsystem in die Berufswelt.     

Die Berufseinstiegsbegleitung wird durch die Bundesagentur für Arbeit und durch einige Bundesländer, teils durch die Kommunen finanziert. Nicht in allen Bundesländern wird die Berufseinstiegsbegleitung angeboten.

Das Ziel

Die Berufseinstiegsbegleitung ist eine vergleichsweise finanziell wie personell aufwändige Maßnahme individueller Betreuung. Das verlangt nach der Evaluation des Instruments, welche mit dem Projekt wissenschaftlich fundiert angegangen wird. Dabei wird eine qualitativ angelegte Evaluation zu Grunde gelegt, die über die vorliegenden Daten zu Output/ Outcome der Maßnahme hinaus ein besonderes Gewicht auf die Perspektiven der beteiligten Akteure legt und damit eine differenziertere Wirksamkeitsbewertung anstrebt. Dies beinhaltet Erkenntnisse dazu, wie die Berufseinstiegsbegleitung funktioniert und welche Wirkungen sich im Einzelfall wie in Summe entfalten. Das ermöglicht in der Analyse zu ermitteln, wo Ziele der Maßnahme verfehlt werden, wo sich Probleme in der Umsetzung zeigen und wo gegebenenfalls nachzusteuern ist.

Qualitative Evaluation

Die auf eine angelsächsische Tradition aufbauende qualitativ angelegte Evaluation gewinnt auch hierzulande an Relevanz. Angelehnt an den Standards qualitativer Sozialforschung gilt sie als Instrument, das auf Grund der generellen Berücksichtigung der Akteursperspektiven in hohem Maße dem Kriterium der Gegenstandsangemessenheit gerecht wird. In der Triangulation mit vorliegenden Daten wird so eine vertiefte Erkenntnis zum Forschungsgegenstand möglich, bei dem der originäre Charakter qualitativer Sozialforschung gewahrt bleibt.

Das Vorgehen

Die Berufseinstiegsbegleitung versammelt viele Beteiligte: von den Jugendlichen über ihre Eltern, die vor Ort tätigen Betreuenden, die Lehrenden. Von Seiten der Bundesagentur für Arbeit kommen Berufsberater und -innen sowie Experten und Expertinnen der Verwaltung ins Spiel. Nicht zuletzt spielen Beschäftigte der Kommunalverwaltungen bzw. der jeweiligen Landesregierungen eine wichtige Rolle. Die Evaluation der Maßnahme wird alle diese Personengruppen einbeziehen.

Vorgesehen sind qualitative Tiefeninterviews in Präsenz vor Ort oder online. Für jede Akteursgruppe werden dafür Leitfäden entwickelt, welche die individuellen Bedarfe bzw. den jeweiligen Verantwortungsbereich adressieren. Insbesondere bei Teilnehmenden und bei den Berufseinstiegsbegleitern bzw. Berufsbegleiterinnen werden Folgeinterviews initiiert, um die fortschreitende Unterstützung in ihren Wirkungen erfassen zu können. Dies ermöglicht es auch, etwaige Veränderungen der Maßnahme berücksichtigen zu können.  

Die verschriftlichten Interviewmitschnitte werden nach den Standards qualitativer Sozialforschung anonymisiert analysiert. Die intensive Auswertung lässt sich zwischen Inhaltsanalyse und Rekonstruktiver Sozialforschung ansiedeln und sind vergleichend angelegt. Alle relevanten Akteure können auf Sie zugeschnittene Fragen antworten und ihre Perspektive einbringen. Die so gewonnenen Einsichten werden thematisch gebündelt und im Projektbericht kondensiert analytisch aufbereitet.

Die bundesweit angelegte Evaluation der Berufseinstiegsbegleitung wird von einem Projektteam der HdBA am Standort Schwerin durchgeführt. Dazu gehören:

Prof. Dr. Sebastian Brandl
Tel.: +49 170 799 17 54
Email:

Imke Goßmann
Tel.: +49 175 724 87 85
Email:

Prof. Dr. Ingo Matuschek
Tel.: +49 160 909 744 21
Email:

Prof. Dr. Michaela Schulze
Tel.: +49 171 199 14 26
Email:

Sven Wagner
Tel.: +49 176 899 830 74
Email:

Bei Interesse oder Fragen nehmen Sie gerne Kontakt zu den genannten Personen auf oder schreiben Sie eine Email an: .

Finanzierung

Das Projekt ‚Qualitative Evaluation der Berufseinstiegsbegleitung‘ (BerEb) wird aus dem Haushalt der Bundesagentur für Arbeit (Wissenschaftliche Beschäftigte) und dem Forschungshaushalt der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (Sachkosten) finanziert.

Projektlaufzeit

Das Projekt BerEb startete im Frühsommer 2025 und läuft bis zum Ende des Jahres 2027. Der Projektbericht wird voraussichtlich im Frühjahr 2028 verfügbar sein.