Professor umringt von seinen Studierenden
Forschung

AsA flex

Assistierte Ausbildung flexibel (AsA flex)

Projektleitung
Prof. Dr. Ralph Conrads
Prof. Dr. Thomas Freiling

Projektmitarbeitende
Valeska C. Walter (M.A.)

Projektbeschreibung

Die HdBA führt seit 2022 in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit die Begleitforschung zur „Assistierten Ausbildung flexibel“ durch. Dies ist eine Fortführung der früheren Untersuchungen zur Zielerreichung und Durchführung der „alten“ Assistierten Ausbildung in der Erprobungszeit bis 2020.

Die AsA flex wurde u.a. auf der Grundlage mehrerer Untersuchungsschritte der HdBA seit 2017 und daraus abgeleiteter Handlungsempfehlungen modifiziert. Die Zusammenlegung der AsA mit dem Förderinstrument der ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) führt zu einer Zielgruppenerweiterung und flexibel wie individuell kombinierbaren Lern-, Unterstützungs- und Begleitangeboten.

Die Assistierte Ausbildung (flexibel) stellt seit Herbst 2021 eine dauerhafte Unterstützungsmöglichkeit für junge Menschen dar. Normiert in den §§ 74, 75, 75a SBG III ist die Assistierte Ausbildung unter der Bezeichnung AsA flex insbesondere für die Zielgruppe der jungen Menschen konzipiert, die gemäß § 74 Abs. 3 SGB III ohne Unterstützung

  1. eine Berufsausbildung nicht aufnehmen oder fortsetzen können oder voraussichtlich Schwierigkeiten haben werden, die Berufsausbildung abzuschließen, oder
  2. wegen in ihrer Person liegender Gründe
  • nach der vorzeitigen Lösung eines betrieblichen Berufsausbildungsverhältnisses eine weitere Berufsausbildung nicht aufnehmen oder
  • nach Abschluss einer mit Assistierter Ausbildung unterstützten Berufsausbildung ein Arbeitsverhältnis nicht begründen oder festigen können.

Die Unterstützung kann dabei sowohl vor der Aufnahme einer Ausbildung in einer Vorphase als auch bei bzw. nach Aufnahme einer Ausbildung in einer ausbildungsbegleitenden Phase erfolgen. Ebenfalls sieht die AsA flex Unterstützungsleistungen für Unternehmen rund um die betriebliche Ausbildung vor.

Das zugrundeliegende Konzept bietet mit dem Vorgehen bewusst keine Alternative zur Ausbildung auf dem ersten Arbeitsmarkt an. Die Durchführung erfolgt in anerkannten dualen Ausbildungsberufen. Mit der AsA flex wird auf den Dualismus der professionellen Unterstützung einerseits sowie der Handlungssouveränität von Jugendlichen und Ausbildungsbetrieben andererseits gesetzt.

Ziele und Vorgehen der Begleitforschung der HdBA

  • Der perspektivische mehrjährige Verlauf der AsA flex soll im Hinblick auf Kombination und Wirkzusammenhänge der Interventionsangebote bei variierendem Unterstützungsbedarf sowie den Einfluss der Durchführungsmodalitäten und die Zielerreichung analysiert werden.
  • Die Untersuchung der Maßnahmewirkungen und die Prüfung nachhaltiger Zielerreichungseffekte werden auf Teilnehmendenebene anhand biografischer Interventionsverläufe vorgenommen.
  • Erkenntnisse über Friktionen im Ausschreibungsprozess und in der Durchführungs- und Besetzungspraxis mit Auswirkungen auf Verlauf und Zielerreichung werden erzielt, um Hinweise für Prozessoptimierungen zu generieren.

Die formative Begleitstudie ist auf einen Betrachtungszeitraum von 2022 bis 2027 angelegt und verfolgt einen Mixed-Methods-Ansatz:

  • Qualitativ-biografisch ausgerichtete Längsschnittstudie: Berufsbiografische qualitative Erhebung durch leitfadengestützte Interviews jugendlicher Teilnehmender ab Eintritt in die AsA flex, kombiniert mit quantitativer Fragebogenerhebung sozialer und personaler Kompetenzen (Selbstwirksamkeit, Coping, Leistungsorientierung)
  • Qualitativ-flankierendes Querschnittsdesign: qualitative Erhebungen fokussiert auf die Untersuchung der Ausschreibungs- und Abrechnungsmodalitäten, kombiniert mit einer quantitativen Fragebogenerhebung

Die formative Begleitforschung bietet den Vorteil einer vorausschauenden und proaktiven Konzeptentwicklung sowie der Untersuchung der Durchführung und Zielerreichung von Beginn an.

Bisherige Begleitforschung zur Assistierten Ausbildung, § 130 SGB III a.F.

Seit 2017 begleitete die HdBA die Erprobung der Assistierten Ausbildung (AsA) als Fördermaßnahme der Berufsberatung und führte zu diesem Zweck zwei qualitative Erhebungen 2017 und 2019 durch.

Rückblick auf die erste Erhebungswelle

Die Ergebnisse der ersten Erhebungswelle (2017/2018) verdeutlichten bereits eine hohe Zielerreichung und Wirksamkeit der AsA. Ebenso wurde die Notwendigkeit der Modifikation der AsA zur Vermeidung inhaltlicher Überschneidungen zu anderen Instrumenten des Übergangssystems identifiziert.

Die Mehrheit der Befragten sah das Programm als erfolgreich (33%) oder sehr erfolgreich (57%) an. Hervorgehoben wurden die Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen durch die Stabilisierung Teilnehmender sowie der gelungene Fokus auf einzelne Zielgruppen, denen ein Ausbildungsstart besser gelang. Als wichtig wurde hierfür vor allem die zuverlässige sozialpädagogische Betreuung über die fachlichen Ausbildungsinhalte hinaus bewertet. Die Betriebe machten gute Betreuungserfahrungen und äußerten sich zufrieden mit verbesserten Leistungen und bestandenen Prüfungen der Teilnehmenden.

Handlungsbedarf wurde bei der Auswahl der Teilnehmenden aber auch in einer erfolgreicheren Begleitung des Übergangs zwischen AsA-Phase I (ausbildungsvorbereitende Phase) und AsA-Phase II (ausbildungsbegleitende Phase) gesehen. Zudem war die AsA bei Betrieben noch zu wenig bekannt. Der ländliche Raum war (und ist) mit der Problematik großer Entfernungen konfrontiert.

Die Gesamtfassung des Forschungsberichts der ersten Erhebungswelle wurde bei wbv- Publikation veröffentlicht.

Rückblick auf die zweite Erhebungswelle

Um mit der Begleitforschung die Ausarbeitung einer zukunftsgerichteten Konzeption der AsA zu flankieren, galt es 2019, sich den aus der ersten Erhebungswelle ergebenden Fragestellungen im Rahmen einer weiteren Erhebung zu stellen.

So ging es in der zweiten Erhebungswelle (September - Dezember 2019) um die Frage, ob die AsA für Unternehmen ein wirksamer Anreiz ist, auch benachteiligten Jugendlichen eine Ausbildungschance zu geben.

Des Weiteren wurden

  • die Erwartungen der Ausbildungsbetriebe an die AsA,
  • die Versorgungslage im ländlichen Raum und dabei die Rolle des Einsatzes digitaler Medien,
  • die Chancen und Risiken von Maßnahmen-Zusammenlegungen im Übergangsbereich zur Reduktion von Doppelstrukturen

untersucht.

Auch für die zweite Erhebungswelle wurde ein breit angelegter Feldzugang praktiziert, wodurch ein umfassendes und verallgemeinerbares Bild über die im Befragungszeitraum laufende AsA gezeichnet werden konnte:

  • Die Arbeitgeberseite ist mit der geleisteten Beratungs- und Betreuungsarbeit, der fachlichen Unterstützung und dem Stütz- und Förderunterricht sowie der Unterstützung bei der Ausbildungsorganisation sehr zufrieden. Die betrieblichen Erwartungen werden weitestgehend erfüllt.
  • Die positiven Erfahrungen verändern die Haltung von Ausbildungsbetrieben mit AsA-Erfahrungen gegenüber benachteiligten Jugendlichen, denn mit der AsA erhalten mehr von ihnen eine Ausbildungschance im dualen System. Vielen kleinen und mittelgroßen Betrieben ermöglichte erst die AsA-Unterstützung, ein Ausbildungsangebot für benachteiligte Jugendliche bereitzustellen.

Aus den Befragungsergebnissen wurden in der Studie konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet, die schließlich auch in Teilen in die gesetzliche Neuregelung und fachliche Neukonzeptionierung  der AsA flex eingegangen sind.

Der ausführliche Ergebnisbericht inkl. Handlungsempfehlungen ist hier abrufbar.

AsA digital - Projektevaluation in Bayern

In der AsA-Begleitforschung findet seit November 2020 in Kooperation mit dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (bbw) zusätzlich eine weitere Erhebung bis Ende 2022 statt.

Das Projekt „Relevanz digitaler Lernsettings in Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit im Jugendlichenbereich am Beispiel der Assistierten Ausbildung (AsA)“ stellt sich den Fragen,

  • welcher Beitrag der Einsatz digitaler Lernsettings in der Aus- und Weiterbildung zur Sicherstellung des Lernerfolgs leistet,
  • welche Rahmenbedingungen hierbei zu berücksichtigen sind,
  • inwieweit eine Überwindung von Teilnahmehürden im ländlichen Raum möglich ist und
  • welche weiteren Gestaltungsoptionen mit Blick auf die Zielgruppe der AsA erfolgsrelevant sind.

Als Untersuchungsobjekt dient das von der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. – geförderte Modellprojekt AsA digital, welches die herkömmlichen AsA-Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit ergänzt und von den Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz) durchgeführt wird.

Die Präsenzveranstaltungen (Unterricht, Betreuung, Austausch) in der Assistierten Ausbildung wurden durch digitale Lernsettings ergänzt. Mit der AsA digital sollen v.a. Auszubildende mit Ausbildungsbetrieb und/oder Wohnort im ländlichen Raum sowie Auszubildende in seltenen Ausbildungsberufen angesprochen werden.

Ergebnisse zum Projekt werden Ende 2022 zur Verfügung stehen.

Aktuelle Neuigkeiten

Gruppenfoto

Include³ - Wege zur Inklusion

Neues Erasmus+ Projekt unter der Trägerschaft der HdBA zur Verbesserung der Übergänge von geschützten Arbeitsplätzen für Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen in den regulären Arbeitsmarkt: Identifikation, Verbreitung und Umsetzung bewährter Verfahren in Europa

 

Prof. Bohnet

Harvard zu Besuch an der HdBA

Vortrag von Prof. Bohnet zur Umsetzung von Gleichberechtigung in Beruf und Alltag

Titel "Nachgefragt: Energie heute und morgen"

Schweriner Wissenschaftswoche vom 21. bis 25. November 2022

Nachgefragt: Energie heute & morgen

 

Prof. Dr. Görlitz

Effekte eines Bewerbermangels auf den Ausbildungsmarkt

Prof. Dr. Görlitz (HdBA) veröffentlicht Forschungsergebnisse

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