Professor umringt von seinen Studierenden
Forschung

ReWeTrans

Regionale Weiterbildungsstrukturen in der Transformation – mit Weiterbildungsagenturen, -allianzen und -verbünden auf dem Weg zu vernetzten Bildungsräumen?

Projektleitung
Prof. Dr. Matthias Kohl 

Projektzeitraum
Juli 2025 – Dezember 2027

Projektpartner
Prof. Dr. Andreas Diettrich, Institut für Wirtschaftspädagogik der Universität Rostock

Projektbeschreibung

Ausgangslage

Vor dem Hintergrund der aktuellen Transformationsherausforderungen steht die Bundesagentur für Arbeit vor der Herausforderung, ihre Beratungs- und Unterstützungsangebote an sich verändernde Bedingungen am Arbeitsmarkt anzupassen. Hierbei hat sich die BA das Ziel gesetzt, in allen Arbeitsagenturbezirken vernetzte Bildungsräume zu schaffen und durch die enge regionale Zusammenarbeit aller Akteure die Beteiligung an beruflicher Weiterbildung zu erhöhen und die konkreten Angebote noch stärker am regionalen Bedarf auszurichten (vgl. Arbeitsprogramm des Vorstands 2025–2026, S. 13). 

Während sich im Bereich des Übergangs in den Arbeitsmarkt Ausbildungsverbünde als regionales Strukturkonzept etabliert haben, existieren derzeit jedoch nur wenige aktuelle Forschungs- oder Evaluationsergebnisse (z. B. Ambos u.a. 2013, BMAS 2025) zur Gestaltung und Wirksamkeit der von Weiterbildungsverbünden (WBV) bzw. generell zur Vernetzung und Kooperation in der Weiterbildung – mit z. T. bedenklichen Befunden (z. B. Büchter 2000) bzgl. der Innovationskraft, der Potenziale und Umsetzungserfolge von Weiterbildungsverbünden. Nichtsdestotrotz gilt die Etablierung regionaler Strukturen („Weiterbildungsräume“, vgl. Wittwer/Diettrich/Walber 2015) als zielführender Ansatz, um auf demografische, regionale oder branchenbezogene Transformationsprozesse mit bedarfsgerechten Weiterbildungs- und Kompetenzentwicklungsangeboten (insbesondere für KMU) zu reagieren.

Zielsetzung und Vorgehen

Ziel des Projekts ReWeTrans ist es, Aktivitäten in Regionaldirektionen und Arbeitsagenturbezirken bei der Etablierung vernetzter Bildungsräume zu untersuchen und verschiedene Vorgehensweisen, Typen sowie hemmende und förderliche Faktoren zu identifizieren. Dabei geht es nicht nur darum, gute Beispiele zu erfassen, sondern auch die Rolle der BA und die Zusammenarbeit mit Partnern wie Kammern, Bildungsdienstleistern und Betrieben zu analysieren. Auf Basis der Befunde sollen Typisierungen vorgenommen und empirisch begründete Handlungsempfehlungen und Gestaltungsvorschläge für die Weiterentwicklung der regionalen Strukturen erarbeitet werden. Diese sollen auf unterschiedliche Entscheidungsebenen der BA (Zentrale, Regionaldirektionen, Arbeitsagenturen) sowie externe Partner zugeschnitten werden. 

Um diesem Ziel gerecht zu werden, sieht ReWeTrans ein mehrstufiges Forschungsdesign vor:

  1. Sekundärdatenanalyse: Dokumente und Literatur zum Forschungsstand sowie zu bestehenden regionalen Aktivitäten in der BA und anderen Initiativen werden ausgewertet. Diese Analyse dient als Basis für die Instrumentenentwicklung und die Auswahl der Fallstudien. 
  2. Fallstudienbasierte, qualitativ explorative Untersuchung: In ausgewählten Arbeitsagenturbezirken unterschiedlicher Regionaldirektionen werden problemzentrierte, leitfadengestützte Interviews mit Akteuren der Arbeitsagenturen und gegebenenfalls externen Partnern geführt. Ziel ist es, regionale Ansätze, Konzepte, Rahmenbedingungen, Qualitätsmerkmale, Gemeinsamkeiten und Unterschiede sowie bisherige Wirkungen und Zukunftsaussichten zu analysieren. 
  3. Standardisierte bundesweite Onlinebefragung: Aufbauend auf den qualitativen Fallstudien wird ein Onlinefragebogen entwickelt. Mit ihm werden alle Arbeitsagenturbezirke und, falls relevant, weitere Akteursgruppen befragt, um quantitative Daten zu Strukturen und Erfolgsfaktoren zu erheben. 
  4. Ergebnisvalidierung: Die Ergebnisse werden in Workshops mit zentralen Akteuren der BA und der Fachcommunity diskutiert und validiert. Schließlich werden die Befunde sowohl der wissenschaftlichen Community (Fachvorträge, Publikationen) als auch in praxisnahen Handreichungen und Workshops zugänglich gemacht.  

ReWeTrans wird damit systematisch untersuchen, wie Regionaldirektionen und Arbeitsagenturbezirke der BA den Aufbau vernetzter Bildungsräume gestalten und soll die Diskussion um „vernetzte Bildungsräume“ empirisch fundieren.