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Forschung

LoFi-EU

Dezentralisierte Lohnfindungssysteme in der EU: Zur betrieblichen und nationalen Operationalisierung des Leistungsprinzips und ihren Auswirkungen auf tarifliche Auseinandersetzungen

Projektleitung
Prof. Dr. Ingo Matuschek

Projektzeitraum
Juli 2020 – September 2022

Kooperationspartner
Prof. Dr. Frank Kleemann (Universität Duisburg-Essen)

Projektbeschreibung

Die kooperative Sozialpartnerschaft auf Basis der Tarifautonomie von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden in Deutschland gilt im internationalen Vergleich als Erfolgsmodell, auch wenn Erosionen zu verzeichnen sind. Mit Tarifreformen wie dem Entgeltrahmenabkommen oder der Tarifvertragsreform im Öffentlichen Dienst Mitte der 2010er Jahre, Leistungsbestandteilen und Öffnungsklauseln wird u.a. eine Dezentralisierung der Lohnfindung befördert, die zu ihrer Verbetrieblichung und individualisierten Aushandlungen führt.

Auch die Entwicklung der Lohnpolitik in EU-Mitgliedsstaaten ist bei aller Heterogenität von Dezentralisierung gekennzeichnet. Vergleiche zu anderen tariflichen Entgeltrastern und ihren Auswirkungen fehlen jedoch weitgehend. Diese auch unter dem Gesichtspunkt der Standortsicherung zu ziehen und Konsequenzen einer dezentralisierten Lohnfindung auszuloten, ist nicht zuletzt im Hinblick auf Transformationsmuster der Stabilität von Arbeitsmärkten und Fragen der Lohn- und Leistungsgerechtigkeit wichtig. Unterschiede lassen sich Im Hinblick auf die Mitgliederstärke von Arbeitgeber- und Gewerkschaftsverbänden, die Prozeduren der Lohnfindung und staatlicher Absicherung finden. EU-Rechtsnormen haben zudem bindenden Einfluss. In der Krise 2008/09 etablierte sich so eine Art grenzüberschreitenden Lohnkoordinierung im Euroraum, die eine betriebliche Unterschreitung kollektiver Lohnuntergrenzen ermöglichte.

Projektziele

Vor diesem Hintergrund zielt das Projekt darauf ab, tarifliche Dezentralisierungsprozesse in der EU integriert zu analysieren und dabei insbesondere die bislang vernachlässigte Mesoebene der betrieblichen bzw. tariflichen Operationalisierung von dezentralen Bewertungs- und Entgeltsystemen in den Blick zu nehmen. Kontrastierende exemplarische Fallstudien orientieren auf die verschiedenen Modi der Ausgestaltung des Leistungsprinzips und die (über-)betrieblichen Auseinandersetzungen darum. Außerdem soll eruiert werden, an welchen Gegenständen eine europäische Koordinierung in Lohnfindungssystemen angesichts der Dezentralisierung ansetzen muss und welche Rolle tripartistische Akteure darin spielen (können). Die Auswahl der Länder für die Fallstudien erfolgt nach dem Prinzip maximaler Kontrastierung hinsichtlich des Wirkungs- und Dezentralisierungsgrads des nationalen Tarifrechts sowie der gewerkschaftlichen/ verbandlichen Stärke. Neben Deutschland werden in einem explorativen Design Institutionen in Griechenland, Spanien, Großbritannien und Slowenien herangezogen. Dokumentenanalysen und Experteninterviews beleuchten die tarifliche und betriebliche Praxis genauer. In allen Ländern steht die betriebliche Anwendung der tariflichen Regelungen und insbesondere die Eingruppierungspraxis im Rahmen der tariflich-betrieblichen Auseinandersetzungen im Zentrum der Untersuchungen, zusammengeführt in eine ländervergleichende Perspektive.

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