Professor umringt von seinen Studierenden
Forschung

KoPro Pflege

Kompetenzfeststellung und Prognoseentscheidung in der neuen generalistischen Pflegefachassistenzausbildung

Projektleitung
Prof. Dr. Andreas Frey
Dr. Silke Seyffer

Projektmitarbeiter/-innen
Nathanael Opitz
Jan von Ahsen
Philipp Frey

Projektpartner
Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Berliner Bildungscampus für Gesundheitsberufe (BBG)

Projektlaufzeit
Januar 2026 – Dezember 2029
 

Projektbeschreibung

Mit dem Pflegefachassistenzgesetz (PflFAssG) vom 28. Oktober 2025 wurde die generalistische Pflegefachassistenzausbildung bundesweit neu geregelt und tritt ab 01.01.2027 in Kraft. Neben klassischen Zugangsvoraussetzungen eröffnet § 10 Abs. 2 PflFAssG auch Personen ohne Schulabschluss die Möglichkeit, eine Ausbildung aufzunehmen, sofern eine positive Prognose für einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss gestellt werden kann. Zudem ist eine Verkürzung der Ausbildung von 18 auf 12 Monate (§ 11 Abs. 1 Nr. 3 PflFAssG) sowie die Teilnahme an einem Vorbereitungskurs mit 320 Stunden (§ 11 Abs. 2 PflFAssG) unter bestimmten Voraussetzungen möglich. 

Vor diesem Hintergrund entwickelt das Kooperationsprojekt „Kompetenzfeststellung und Prognoseentscheidungen in der neuen Pflegefachassistenzausbildung“ (KoPro Pflege) wissenschaftlich fundierte und zugleich praxisnahe Instrumente zur Kompetenzfeststellung und Prognoseentscheidung. Ziel ist es, Bildungseinrichtungen bei der Prognose von Ausbildungserfolg sowie bei Entscheidungen über eine mögliche Ausbildungsverkürzung zu unterstützen.

Im Projekt werden verschiedene Erhebungsinstrumente entwickelt und erprobt, die zentrale Kompetenzen erfassen, welche für einen erfolgreichen Abschluss der Pflegefachassistenzausbildung relevant sind. 

Um Bildungseinrichtungen bei der Anwendung und Interpretation der Instrumente zu unterstützen, wird eine praxisorientierte Handreichung erstellt. Diese soll Hinweise zum Einsatz der Verfahren, zur Durchführung der Tests sowie zur Interpretation und Auswertung der Ergebnisse geben und damit eine möglichst einfache und nachvollziehbare Umsetzung in der Praxis ermöglichen.

Fragestellung

Ein zentrales Anliegen des Projekts besteht darin, geeignete diagnostische Verfahren für eine sehr heterogene Zielgruppe zu entwickeln. Die Pflegefachassistenzausbildung richtet sich unter anderem an Personen ohne allgemeinbildenden Abschluss der Sekundarstufe I, an Menschen mit geringen Deutschkenntnissen sowie an Personen, die zum Teil bereits mehrjährige praktische Erfahrungen im Pflegebereich gesammelt haben. Diese unterschiedlichen Voraussetzungen stellen besondere Anforderungen an eignungsdiagnostische Verfahren.

Vor diesem Hintergrund untersucht das Projekt, wie Instrumente gestaltet sein müssen, um Kompetenzen und Entwicklungspotenziale dieser Zielgruppen valide zu erfassen. Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wie niedrigschwellige, praxisnahe Verfahren entwickelt werden können, die sowohl kognitive Grundkompetenzen als auch beruflich relevante Fähigkeiten berücksichtigen und gleichzeitig als Grundlage für Prognoseentscheidungen im Sinne des Pflegefachassistenzgesetzes dienen können.

Ergebnisse

Um die Frage nach der Anwendung von digitalen und klassischen Schlüsselkompetenzen und auf Zukunftsthemen bezogenes Wissen beantworten zu können, wird ein Fragebogen zu Schlüsselkompetenzen (Balzer & Frey, 2023), zu Problemlöse-Strategien und ein Fragebogen zum Informationsmanagement (Ertelt, Schulz & Frey, 2022) bei ca. 400 Studierenden und 200 Berufsberater/innen und Vermittler/innen in Deutschland und der Schweiz eingesetzt.
 

Aktueller Stand des Projekts und Ausblick zum weiteren Vorgehen

Im bisherigen Projektverlauf werden mehrere Erhebungsinstrumente entwickelt, die zentrale Kompetenzen für die Pflegefachassistenzausbildung erfassen sollen. Die Entwicklung erfolgt in enger Abstimmung zwischen den Kooperationspartnern und orientiert sich sowohl an wissenschaftlichen Erkenntnissen der Eignungsdiagnostik als auch an praktischen Anforderungen aus dem Pflegebereich.

Im nächsten Schritt werden die Instrumente in Pretests an verschiedenen Pflegeschulen erprobt. Ziel dieser Erprobungsphase ist es insbesondere, den Schwierigkeitsgrad der Aufgaben zu überprüfen sowie erste Hinweise zur Validität und praktischen Anwendbarkeit der Verfahren zu gewinnen. Auf Grundlage dieser Ergebnisse werden die Instrumente überarbeitet und weiterentwickelt.

Parallel dazu wird eine praxisorientierte Handreichung erarbeitet. 

Die im Rahmen der Pretests erhobenen Daten werden wissenschaftlich ausgewertet. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse können einen Beitrag zur Forschung im Bereich der Eignungsdiagnostik und der Übergänge in die berufliche (Pflege-)Ausbildung leisten und perspektivisch in wissenschaftlichen Publikationen aufgegriffen werden.