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Hochschule

Die HdBA informiert

Wissenschaftswoche 2025 in Schwerin

– Perspektiven auf Transformation und Innovation im öffentlichen Sektor

Im Rahmen der 21. Schweriner Wissenschaftswoche unter dem Motto „Zukunftsenergie“ stellte die Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA) aktuelle wissenschaftliche und praxisbezogene Ansätze zur Transformation im öffentlichen Sektor vor.

Den wissenschaftlichen Auftakt bildete der Impulsvortrag von Prof. Dr. Benjamin Friedländer und Antje Andrees, LL.M., die zentrale Ergebnisse aus dem jüngst erschienenen Themenschwerpunkt „Innovation und Verwaltungsreform“ (dms – der moderne staat, 2024) aufgriffen. Benjamin Friedländer betonte, dass Innovationen im öffentlichen Sektor nicht nur technische oder organisatorische Neuerungen darstellen, sondern Ausdruck tiefgreifender Lern- und Aushandlungsprozesse zwischen Politik, Verwaltung und Gesellschaft sind. Staat und Verwaltung, so das Fazit, müssen als „spezielle Organisationen“ verstanden werden – mit unter anderem einer Kultur, komplexen Rationalitäten und einer hohen Veränderungsresistenz, die Verwaltungsinnovationen zu einem herausfordernden Unterfangen macht.

Anhand von Beispielen aus der Bundesagentur für Arbeit (BA) – insbesondere den Zukunftsprojekten ZuPo (Zukunftsprojekt operativ) und ZuPi (Zukunftsprojekt intern) – wurde verdeutlicht, wie die Transformation öffentlicher Organisationen durch Lernprozesse, Beteiligung und eine innovationsfreundliche Verwaltungskultur gestaltet werden kann.

Im weiteren Verlauf präsentierten die Masterstudierenden Florian Brunner und Marvin Zubak ihre Untersuchung zu zukunftsorientiertem Personalcontrolling und gendergerechter Vermittlung in der BA. Ihr Beitrag zeigte, wie Gleichstellung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu zentralen Steuerungsgrößen moderner Verwaltungsentwicklung werden. 

Maria Bachmutenko und Änne Rüger beleuchteten ethische und mikropolitische Spannungsfelder in Veränderungsprozessen der Bundesagentur für Arbeit. Ihr Fazit: Transformation ist kein rein technischer, sondern ebenso ein sozialer und normativer Aushandlungsprozess – und Controlling kann hier als moralischer Kompass für die Steuerung von Transformationsvorhaben dienen.

In der abschließenden Podiumsdiskussion mit Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft – unter anderem Mandy Pfeifer (SPD), Dr. Daniel Trepsdorf (Die Linke), Tony Könn (Stadtverwaltung Schwerin), Peter Todt (IHK zu Schwerin) und Prof. Dr. Thomas Freiling (HdBA) – wurde deutlich, dass der öffentliche Sektor vor der Aufgabe steht, Innovation, Ethik und Effizienz in Einklang zu bringen.

Die HdBA leistete damit einen wichtigen Beitrag zur wissenschaftlichen Debatte über Gestaltung, Legitimation und Lernfähigkeit von öffentlichen Verwaltungen in Zeiten beschleunigter Transformationserwartungen – und zeigt zugleich, wie eng Forschung, Lehre und Praxis in Schwerin miteinander verzahnt sind.