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Hochschule

Die HdBA informiert

Start des Projekts „Berufsorientierung an Förderschulen stärken“ (BO FöS)

– Wenn der Übergang zwischen Schule und Beruf zur Herausforderung wird.

Welcher Beruf passt zu mir? Welche Möglichkeiten habe ich nach der Schule? Welche Wege kann ich gehen? Diese Fragen stellen sich viele junge Menschen im Übergang von der Schule in den Beruf. Dabei handelt es sich um eine Lebensphase, die die Zukunft der Jugendlichen nachhaltig prägt. Für Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf gestaltet sich dieser Übergang jedoch häufig schwieriger. In vielen Fällen führen bestehende Strukturen zu direkten Übergängen z.B. in Werkstätten für behinderte Menschen, wodurch das Potenzial dieser Personen ungenutzt bleibt.

Mit einer internen Kick-Off-Veranstaltung startete Anfang März das Forschungsprojekt “Berufsorientierung an Förderschulen stärken” (BO-FöS) der HdBA (Laufzeit: 01.01.2026-31.12.2028) unter der Leitung von Prof. Dr. Jane Porath und Prof. Dr. Matthias Kohl der Fachgruppe Berufs- und Wirtschaftspädagogik am Campus Schwerin. Seit 1. März 2026 vervollständigen Kevin Huhs als wissenschaftlicher Mitarbeiter sowie Charleen-Vanessa Franik als studentische Hilfskraft das Projektteam.

Im Rahmen des Projekts untersucht die HdBA gemeinsam mit der Zentrale der Bundesagentur für Arbeit (KPI2) und dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), ob ein erweiterter Dienstleistungsumfang für Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf zu einer verbesserten beruflichen Orientierung führt – etwa durch realistische Zielsetzungen, erweiterte Alternativen und/oder eine erhöhte Selbstwirksamkeit der Schüler*innen.
Untersuchungsgegenstand des Projekts ist ein erweitertes Beratungs- und Unterstützungsangebot für Schüler*innen an Förderschulen, das derzeit bundesweit in 18 ausgewählten Arbeitsagenturen pilotiert wird. Hierbei sollen Elemente des neuen Berufsorientierungs-Konzepts, das in der Berufsberatung vor dem Erwerbsleben (BBvE) an allgemeinbildenden Schulen bereits vor einigen Jahren eingeführt wurde, für Förderschulen adaptiert werden. Das geplante Beratungs- und
Unterstützungsangebot setzt bereits ab der Vor-Vor-Entlassklasse an und umfasst regelmäßige Berufsorientierungsveranstaltungen, individuelle Beratung durch Reha-Berater*innen und eine stärkere Einbindung der Eltern und Betreuenden in den Berufsorientierungsprozess.

Die Umsetzung erfolgt in mehreren Stufen. Zunächst wurde das Konzept in einer Erprobungsphase seit Herbst 2025 an ausgewählten Förderschulen in vier Arbeitsagenturen getestet. Auf dieser Grundlage erfolgt nun eine umfassende Pilotierungsphase, in der das Angebot auf weitere Regionen ausgedehnt und wissenschaftlich begleitet wird. Die HdBA übernimmt in diesem Prozess die qualitative Evaluation. Hierfür werden unter anderem Interviews mit den Schüler*innen, Eltern, Lehrkräften und Reha-Berater*innen geführt. Im Fokus der Interviews stehen die Umsetzung des Konzepts, die Akzeptanz bei den Beteiligten, die wahrgenommenen Wirkungen der Berufsorientierung sowie die subjektive Informiertheit der Jugendlichen. Die Ergebnisse der Evaluation sollen dazu beitragen, die Berufsorientierung für junge Menschen mit Behinderungen gezielt weiterzuentwickeln und evidenzbasierte Empfehlungen für eine mögliche flächendeckende Einführung abzuleiten.

Forschungsprojekt „Berufsorientierung an Förderschulen stärken“ (BO FöS)

„Bert und Bertha“, neben den Klemmbausteinen ein weiteres Element im handlungsorientierten Berufswahlunterricht