Wie können Beratung, Diversität und Migration aus einer internationalen Perspektive gedacht werden? Welche Erfahrungen lassen sich zwischen Kanada und Deutschland übertragen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Studierende und Lehrende der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA) während des Gastaufenthalts von Prof. Dr. Saba Safdar von der University of Guelph (Kanada).
Die international renommierte Sozial- und Kulturpsychologin forscht seit vielen Jahren zu Migration, Akkulturation, Diversität und interkulturellen Beziehungen. Im Rahmen ihres mehrtägigen Aufenthalts an den HdBA-Standorten Mannheim und Schwerin brachte sie ihre wissenschaftliche Expertise in Lehrveranstaltungen, Forschungsdiskussionen und einem öffentlichen Fachvortrag ein und förderte damit den internationalen Austausch an der Hochschule.
Im Mittelpunkt ihres Besuchs stand der internationale Austausch und die Perspektiven, die die Expertin mit einbrachte. In mehreren Bachelor- und Masterveranstaltungen diskutierte Prof. Safdar gemeinsam mit Studierenden über kultursensible Beratung, Diversity Management sowie die Bedeutung kultureller und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen für gelingende Kommunikation. Dabei lernten die Studierenden aktuelle Forschungsergebnisse aus Kanada kennen und reflektierten Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur Beratungspraxis in Deutschland. Besonders wertvoll war dabei der direkte Austausch über unterschiedliche wissenschaftliche Perspektiven und praktische Erfahrungen.
Ein weiterer Schwerpunkt des Gastaufenthalts war der wissenschaftliche Dialog mit Lehrenden und Forschenden der HdBA. In Gesprächen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Hochschulleitung, Forschung, Internationalisierung und verschiedenen Fachgruppen wurden gemeinsame Forschungsinteressen identifiziert und Möglichkeiten zukünftiger Kooperationen ausgelotet. Im Fokus standen dabei insbesondere Fragen der Arbeitsmarktintegration von Menschen mit internationaler Geschichte, kultursensibler Beratung sowie Diversität und Inklusion in Organisationen.
Ein besonderes Highlight war der öffentliche Brown Bag Talk am Campus Schwerin. Unter dem Titel „Multiculturalism, Interculturalism, and Diversity Management in Canada“ stellte Prof. Safdar aktuelle Entwicklungen der kanadischen Diversitätspolitik vor und diskutierte mit Studierenden und Lehrenden sowie externen Gästen aus der BA-Welt, welche Impulse sich daraus für Beratung, Bildung und öffentliche Verwaltungen ableiten lassen.
Der Aufenthalt bot zugleich zahlreiche Gelegenheiten für den persönlichen Austausch, sowohl innerhalb der Lehrveranstaltungen als auch in Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen der HdBA.
“My visits to Mannheim and Schwerin reminded me of the quiet strength of small, unique universities. Above all, I appreciated the conversations with professors and students that made the whole experience feel warm and special.”
Prof. Dr. Saba Safdar, University of Guelph (Canada)
Auch für die HdBA war der Besuch ein wichtiger Impuls für die weitere Internationalisierung von Forschung und Lehre.
„Internationale Kooperationen eröffnen neue Perspektiven auf gesellschaftliche Herausforderungen und bereichern unsere Hochschule in vielfacher Hinsicht. Unsere Studierenden profitieren davon, internationale Forschung kennenzulernen, unterschiedliche Sichtweisen zu diskutieren und Beratung in einem globalen Kontext zu reflektieren. Gleichzeitig entstehen aus solchen Begegnungen neue Ideen für gemeinsame Forschungsprojekte und langfristige wissenschaftliche Kooperationen.“
Prof. Dr. Gundula Gwenn Hiller, Professorin für Interkulturelle Kommunikation und Migration an der HdBA
Der Gastaufenthalt von Prof. Safdar verdeutlicht, wie internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit Forschung und akademischen Austausch miteinander verbindet. Er hat neue Impulse für die Weiterentwicklung internationaler Kooperationen gesetzt und unterstreicht den Stellenwert globaler Perspektiven für die Ausbildung zukünftiger Fach- und Führungskräfte der Bundesagentur für Arbeit.