Studierende der Jahrgänge 2023 und 2025 nahmen an der HdBA an einem Workshop mit Isa Kuck vom Landesverband Deutscher Sinti und Roma teil. Im Mittelpunkt standen die Geschichte und die vielfältigen Lebensrealitäten von Sinti und Roma sowie die Frage, wie Diskriminierung erkannt und ihr im beruflichen Handeln begegnet werden kann.
Als Historikerin eröffnete Isa Kuck den Studierenden einen besonderen Zugang zum Thema. Anhand historischer Quellen und ausgewählter Biografien machte sie die Lebensgeschichten einzelner Angehöriger der Minderheit anschaulich und nachvollziehbar. Dabei wurde deutlich, dass Sinti und Roma seit Jahrhunderten Teil der deutschen und europäischen Gesellschaft sind und ihre Geschichte keineswegs auf Verfolgung und Ausgrenzung reduziert werden kann. Zugleich zeigte der Workshop, wie kontinuierlich die Minderheit Diskriminierung, Entrechtung und gesellschaftlicher Ausgrenzung ausgesetzt war.
Für viele Studierende war insbesondere das Ausmaß der nationalsozialistischen Verfolgung neu. Hunderttausende Sinti und Roma wurden während des Nationalsozialismus systematisch verfolgt und ermordet, unter anderem in Konzentrations- und Vernichtungslagern. Die Auseinandersetzung mit einzelnen Biografien verlieh den historischen Ereignissen eine persönliche Dimension und verdeutlichte, welche Folgen Vorurteile, institutionelle Ausgrenzung und menschenfeindliche Zuschreibungen haben können.
Obwohl die behandelten Inhalte nachdenklich stimmten, bewerteten viele Studierende den Workshop als ausgesprochen gewinnbringend. Besonders hervorgehoben wurden der biografische Zugang, die intensive Quellenarbeit und die Möglichkeit, bestehendes Wissen zu erweitern und eigene Vorstellungen kritisch zu hinterfragen. Ein Studierender brachte seinen Eindruck spontan auf den Punkt: „Das fanden wir echt cool – eine schöne Abwechslung.“
Mit Isa Kuck konnte die HdBA einen besonderen Gast gewinnen. Die Verbindung aus historischer Quellenarbeit, persönlichen Biografien und offenem Austausch machte den Workshop zu einem besonderen Lernangebot. Auch die Referentin zog im Anschluss ein positives Fazit: „Es hat wirklich viel Freude gemacht, gerne wieder!“
Das Fazit von Prof. Dr. Gundula Gwenn Hiller, die die Referentin eingeladen hatte und in ihre Beratungslehre integrierte, lautet: „Das Thema Diskriminierung und der professionelle Umgang mit gesellschaftlicher Vielfalt besitzen sowohl für die Hochschule als auch für die spätere Beratungspraxis der Studierenden eine hohe Bedeutung.“