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Die HdBA informiert

Aktuelle Reha-Forschung am IAB: Einblick in zentrale Entwicklungen und Herausforderungen

Am 12. Mai 2026 fand am Campus Mannheim der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA) im Rahmen des Moduls 2550 ein Fachvortrag zur aktuellen Reha-Forschung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) statt. 

Die Veranstaltung wurde durch Frau Katharina Puchalla, stellvertretende Kanzlerin der HdBA, eröffnet. In ihrem Grußwort hob sie die besondere Bedeutung des Transfers wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis hervor und betonte die Relevanz evidenzbasierter Forschung für die Weiterentwicklung der beruflichen Rehabilitation.
Die Moderation durch Prof. Dr. Silvia Keller und Prof. Dr. Yasemin Körtek rahmte die Veranstaltung fachlich ein und griff zentrale Impulse des Vortrags immer wieder auf, um den Bezug zu Studium und Beratungspraxis an der HdBA zu verdeutlichen. Beide unterstrichen insbesondere die wachsenden Anforderungen an die Beratung im Kontext komplexer Reha-Verläufe.

Als Referentin präsentierte Dr. Nancy Reims (IAB Nürnberg) aktuelle Forschungsergebnisse zur beruflichen Rehabilitation und bot den Teilnehmenden fundierte Einblicke in empirische Entwicklungen sowie zukünftige Forschungsperspektiven.

Zentrale Befunde der aktuellen Reha-Forschung

Im Mittelpunkt des Vortrags standen Entwicklungen in den Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA). Dabei wurde deutlich, dass trotz stabiler Integrationsquoten die Zahl der geförderten Personen in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist. 
Ein zentrales Ergebnis ist, dass die Integration in Beschäftigung vielfach gelingt, zugleich jedoch weniger Menschen Reha-Leistungen in Anspruch nehmen. 

Darüber hinaus zeigen sich strukturelle Veränderungen:

  • Zunehmend treten Personen mit besseren Ausgangsbedingungen in Maßnahmen ein
  • Der Anteil von Personen aus dem Leistungsbezug sinkt
  • Der Anteil geförderter Frauen ist rückläufig 

Ein besonderer Fokus lag auf der Situation von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Hier wurde deutlich, dass trotz steigender Bedeutung weiterhin besondere Herausforderungen bei der nachhaltigen Integration bestehen. 

Erfolgsfaktoren für gelingende Reha-Verläufe

Im Vortrag wurden zentrale Bedingungen für erfolgreiche berufliche Rehabilitation herausgearbeitet, die auch in der anschließenden Diskussion aufgegriffen wurden:

  • Frühzeitige und passgenaue Diagnostik
  • Enge Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Institutionen
  • Verlässliche Betreuung und Vertrauensaufbau
  • Flexible Gestaltung von Maßnahmen

Prof. Dr. Keller und Prof. Dr. Körtek betonten in der Diskussion insbesondere die hohe Praxisrelevanz dieser Faktoren für die zukünftige Tätigkeit der Studierenden im Reha-Bereich.

Als übergreifender Faktor wurde die Bedeutung von Zeit hervorgehoben – sowohl im diagnostischen Prozess als auch bei der Durchführung von Maßnahmen und der nachhaltigen Integration in Arbeit. 

Einordnung und Bedeutung für die HdBA

Die Veranstaltung verdeutlichte aus Sicht von Frau Puchalla die zentrale Rolle der HdBA als Ort des Austauschs zwischen Forschung und Praxis. Gleichzeitig unterstrich die Moderation die Bedeutung solcher Formate für die wissenschaftliche Fundierung der Lehre. 

Ausblick

Die vorgestellten Forschungsprojekte, darunter das Projekt „Reha-Wege“, zielen darauf ab, Ursachen für den Rückgang von Reha-Inanspruchnahmen besser zu verstehen und Impulse für die Praxis zu entwickeln. 

Die Veranstaltung bot wertvolle Einblicke in aktuelle arbeitsmarktpolitische Fragestellungen und stärkte die Verzahnung von Forschung, Lehre und Praxis an der HdBA. „Diese Veranstaltung macht unser HdBA-Leitbild in der Praxis erlebbar“, so Prof. Dr. Paulina Jedrzejczyk, Studiengangsleiterin am Campus Mannheim.

Nähere Informationen können gerne unter den folgenden Links abgerufen werden: 

Mehr Kundenorientierung im Sozialstaat wagen: Die berufliche Rehabilitation ist der Schlüssel für eine moderne Teilhabe- und Arbeitsmarktpolitik

IAB Kurzbericht - Integration gelingt, die Zahl der Geförderten sinkt [PDF, 09.06.2026)
 

Von links: Paulina Jedrzejczyk, Katharina Puchalla, Yasemin Körtek, Julia Hauffen, Silvia Keller, Nancy Reims

Nancy Reims und Studierende im Modul 2550, JG 23, Bibliothek Campus Mannheim