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Prof. Dr. Tim Husemann

 

Die Forschung der Professur konkretisiert sich im Wesentlichen auf drei Forschungsfelder.

 

Forschungsfeld 1: „Der moderierte Vertrag“ – Tatsächliche und 
rechtliche Determinanten konsensualer Konfliktlösung

Die Lösung (sozialer) Konflikte soll heute stärker denn je durch Konsens geschehen. Wohl auch, weil die konsensuale Konfliktlösung durch das Bundesverfassungsgericht geadelt wurde: „Eine zunächst streitige Problemlage durch eine einvernehmliche Lösung zu bewältigen, ist auch in einem Rechtsstaat grundsätzlich vorzugswürdig gegenüber einer richterlichen Streitentscheidung.“ Diese konsensuale Lösung wird in unterschiedlichster Weise gefördert, auch und vor allem durch die Gestellung eines Vertragshelfers, der beim Finden des Konsenses unterstützt. Die Schrift „Der moderierte Vertrag“ erläutert dieses tatsächliche und rechtliche Phänomen, zeigt die erheblichen und bis dato vielfach nicht gesehenen Konsequenzen für die Rechtspraxis einerseits und die Vertragsdogmatik andererseits auf und unterbreitet nicht zuletzt Lösungsvorschläge, wie – in rechtlicher Hinsicht – auf dieses neue Phänomen angemessen zu reagieren ist. 
Aktuell wird die Forschung zum „moderierten Vertrag“ sowohl internationalisiert als auch versucht, im Wege der Interdisziplinarisierung bisher gefundene Forschungsergebnisse zu verifizieren und zu erweitern.
Im Hinblick auf die Forschung zur autonomen Konfliktlösung steht Deutschland noch am Anfang. Auch und gerade der anglo-amerikanische Rechtskreis scheint der hiesigen Forschung einen Schritt voraus. Daher werden die im „Moderierten Vertrag“ entwickelten Thesen dort (aber nicht nur dort) zur Diskussion gestellt.
Der Blick auf das Phänomen des moderierten Vertrages soll jedoch nicht nur räumlich, sondern auch in Bezug auf die anzuwendenden Forschungsmethoden geweitet werden. Gerade die Kommunikation zwischen Vermittler und Vertragsparteien wird mithilfe soziologischer und psychologischer Ansätze analysiert. 

 

Forschungsfeld 2: Sozialrecht und Erwerbslosigkeit

Die zentrale Frage dieses Forschungsfeldes formuliert: Wie reagiert das Recht auf das Fehlen von Arbeit? Hierzu wird insbesondere das Arbeitsförderungsrecht sowie das Recht der Grundsicherung für Arbeitssuchende analysiert. Dabei geht es nicht nur um den Status quo, sondern um einen wissenschaftlichen Beitrag zur Fortentwicklung dieser besonders dynamischen Bereiche des Sozialrechts. Die durch die Pandemie angestoßene Gesetzgebung, die auch diese Bereiche umfasst, ist nur ein Beispiel für die Bereiche, die kritisch zu begleiten sind.

 
Forschungsfeld 3: Kündigungungs(-schutz)recht 
in der modernen Gesellschaft

Blickt man aus der Perspektive der Bundesagentur für Arbeit auf das Arbeitsrecht, dann rückt die Beendigung des Arbeitsverhältnisses sofort in den Fokus. Der weit überwiegende Teil der bei den Arbeitsgerichten anhängigen Kündigungsschutzprozesse wird nicht durch Urteil, sondern durch Vergleich beendet. Dieser Umstand dominiert die praktische Tätigkeit der Arbeitsrechtler, die Forschung hat dem jedoch bisher nicht ausreichend Rechnung getragen. Dies gilt für den Vergleich ebenso wie für das diesen formende Kündigungsschutzrecht, dessen enorme praktische Bedeutung keinen ausreichenden Widerhall in der Jurisprudenz findet. Diese Lücke soll durch die Tätigkeit innerhalb des dritten Forschungsfeldes verkleinert werden.

 

 

 

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