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Studieninhalte

Das Masterstudium "Arbeitsmarktorientierte Beratung" versteht sich als wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Themenfeld der Beratung, in die eine Vielzahl unterschiedlicher disziplinärer Zugänge fließen. An der HdBA sind dies im speziellen die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Erziehungswissenschaften und Psychologie sowie die Rechtswissenschaften. Ziel der Formulierung eines Beratungsverständnisses ist es, als eine allgemeine Grundlage das Wirkungsumfeld der Beratung zu definieren und abzugrenzen, um darauf aufbauend Spezialisierungen und Schwerpunkte sowohl disziplinär als auch interdisziplinär systematisieren zu können.

Professionelle Beratung ist ein strukturierter Kommunikationsprozess, der sich fließend zwischen dem lebens- und arbeitsweltlichen Umfeld vollzieht. Innerhalb des Beratungsprozesses findet zwischen den Beratenen (Kundinnen oder Kunden) und den Beratenden (Beraterinnen oder Beratern) über einen längeren Zeitraum eine ergebnisoffene Interaktion statt. Im Mittelpunkt des Beratungsprozesses befinden sich die Beratenen als Person, Gruppe, Organisation oder Netzwerk. Diese können sowohl zu den Kreisen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern als auch zu den Arbeitgeberorganisationen sowie politischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern gehören. Die Kundinnen und Kunden sind umgeben von Bezugssystemen, die sie direkt oder auch indirekt beeinflussen. In der arbeitsmarktorientierten Beratung sind im Besonderen das Bildungs- und Beschäftigungssystem sowie der Arbeitsmarkt und die Arbeitsmarktpolitik von Bedeutung.

Die Beratenden haben die Aufgabe, die inneren Strukturen und Wirkungsmechanismen der Beratenen zu analysieren. Darüber hinaus haben sie ein Verständnis von der Funktionsweise der, die Beratenen umgebenden, Bezugssysteme und verschaffen, über eine Informationsaufbereitung und -vermittlung, Transparenz über die Interaktionsräume zwischen der Kundin bzw. dem Kunden und der Bezugssysteme. Diese Transparenz äußert sich darin, dass die Beratenen in die Situation versetzt werden, die Funktionsweise der Bezugssysteme und die sie betreffenden Wirkungskanäle zu verstehen und diese Informationen mit den Ergebnissen der begleiteten (Selbst-)Reflexion zu verknüpfen. Auf dieser Informationsgrundlage aufbauend wird über professionelle Beratung verantwortungsvolles Handeln gefördert. Beispielsweise zielt die Berufs- und Bildungsberatung darauf ab, dass die Individuen über eine begleitete Selbstanalyse eigene Potenziale erkennen und diese mit Bildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten verknüpfen können. Dadurch entwickeln die Individuen bildungs- und berufsbiografische Gestaltungskompetenz, die ihre Möglichkeiten zur Bildungsbeteiligung und ihre Integrationschancen am Arbeitsmarkt erhöhen.

In den "Perspektiven" der Beratung: Bildung und Beruf, Arbeitsmarkt und Arbeitsmarktpolitik sowie Management und Führung entwickeln die Studierenden ein Verständnis von den Bezugssystemen (Kontexten) und Wirkungsmechanismen innerhalb der Beratenen und den sich ergebenen Interaktionsräumen.

Dabei wird das Themenfeld der Beratung mit den Perspektiven Bildung und Beruf, Arbeitsmarkt und Arbeitsmarktpolitik, sowie Management und Führung verknüpft. Diese Struktur ermöglicht die Entwicklung einer Beratungskompetenz, die ein tiefgreifendes inhaltliches Verständnis der oder des Beratenen, ihrer oder seiner Bezugssysteme und der Interaktionsräume fördert und mit dem Spezifikum der Beratung, abhängig von dem Kontext und der Zielgruppe gestaltbar sein zu müssen, verknüpft.

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex der arbeitsmarktorientierten Beratung wird durch ein umfangreiches Studium wissenschaftlicher Methoden gewährleistet.