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Assistierte Ausbildung (AsA)

 

Projektleitung
Prof. Dr. Ralph Conrads
Prof. Dr. Thomas Freiling

 

Projektmitarbeitende
Dipl. Soz.-Wiss. Angela Ulrich
Stefan Rose (M.A.)

 

Kontext
Das Instrument der Assistierten Ausbildung (AsA) gem. § 130 SGB III ist für lernbeeinträchtigte und sozial benachteiligte junge Menschen mit dem Ziel vorgesehen, das erfolgreiche Durchlaufen einer betrieblichen Ausbildung in Unternehmen sicherzustellen.

Es wird davon ausgegangen, dass ohne eine vorgesehene sozialpädagogische Begleitung sowie die Förderung fachtheoretischer Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten eine betriebliche Berufsausbildung nicht begonnen, fortgesetzt oder erfolgreich beendet werden könnte. Durch starke individuelle Förderung – fachlich-inhaltlich wie sozialpädagogisch – wird der junge Mensch sehr bedarfsorientiert anhand seiner individuellen Bedürfnislage unterstützt.

Die AsA sieht auch Unterstützungsleistungen für Unternehmen rund um die betriebliche Ausbildung vor. Die zugrundeliegende Philosophie will mit dem Vorgehen bewusst keine Alternative zur Ausbildung auf dem ersten Arbeitsmarkt anbieten (vgl. Korten/Nuglisch 2015, S. 15). Denn die Ausbildungsverantwortung verbleibt bei den Betrieben. Die Durchführung erfolgt in anerkannten dualen Ausbildungsberufen (Normalitätsprinzip im Sinne einer inklusive(re)n Ausbildung). Mit der AsA wird auf den Dualismus der professionellen Unterstützung einerseits sowie der Handlungssouveränität von Jugendlichen und Ausbildungsbetrieben andererseits gesetzt.

 
Die Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA) wurde im Juli 2017 beauftragt, den bisherigen Umsetzungsstand zu evaluieren und Erkenntnisse zur Fortentwicklung der Maßnahme zu generieren. Das Instrument war zunächst befristet bis 2018 im Gesetz verankert. Die Erkenntnisse bieten eine Entscheidungsgrundlage ggf. für eine Verlängerung und Modifikation der AsA.

  

Forschungsdesign und -ergebnisse
Beleuchtet wurde der gegenwärtige Stand der Durchführung der AsA unter Berücksichtigung vertiefter Praxiserfahrungen der Beteiligten in einem qualitativen Forschungsdesign: Agenturen/Jobcenter, Bildungsdienstleister, teilnehmende junge Menschen und ergänzend Betriebe wurden persönlich befragt. Die Ergebnisse basieren auf 106 geführten teilstrukturierten Leitfaden- und Experteninterviews (teilweise mit Studierenden in Lehrforschungsprojekten durchgeführt).

 

Darstellung 1: Forschungsdesign - Konzept und Ablauf  

Quelle: Eigene Darstellung HdBA 2018 

 

Die Ergebnisse verdeutlichen zusammengefasst ein hohes Maß an inhaltlicher Zufriedenheit und unterstreichen zugleich die Notwendigkeit der Modifikation der AsA unter Vermeidung inhaltlicher Überschneidungen zu anderen Instrumenten des Übergangssystems. Der vorrangige Wunsch der befragten Akteure beinhaltet die Verbesserung der (Durchführungs-) Qualität der AsA. Eine deutliche quantitative Ausdehnung der Maßnahme befürworten eher wenige Befragte.

 
Darstellung 2: Ausgewählte Ergebnisse AsA - Zielerreichung und Fortführung 

Quelle: Eigene Erhebung HdBA, Herbst 2017

  

Die in der Studie herausgearbeiteten Empfehlungen beziehen sich auf die Maßnahme sowie auf den Durchführungsprozess:

  • Zusammenführung einschlägiger Instrumente der Ausbildungsvorbereitung und -begleitung zur Auflösung inhaltlicher Überschneidungen,
  • Flexibilisierung des zeitlichen Ablaufs (Zeitkontingente), der möglichen Lernorte und des individuellen Maßnahmenzuschnitts (Leistungsmodule) zur Erhöhung der Praktikabilität, Durchführbarkeit und Akzeptanz der AsA auch in ländlichen Regionen (zusätzlich Berücksichtigung einer Fahrtkostenerstattung),
  • Verstärkung von Marketing und Beratung zur Erhöhung des Bekanntheitsgrades bei Unternehmen.

 
Bei der AsA handelt es sich ergo um ein sinnvolles und erfolgreiches Instrument am Übergang von Schule zu Beruf, das auf eine grundsätzlich breite Zustimmung bei den untersuchten Beteiligtengruppen stößt, weshalb die Fortführung der AsA in weiterentwickelter Form von der überwiegenden Mehrheit aller Befragten unterstützt wird. Ein Handlungsbedarf wird deutlich in der Schaffung einer besseren Übersichtlichkeit und Abgrenzbarkeit der Förderinstrumente vor allem mit Blick auf Maßnahmen wie den ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) und der berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen (BvB) gesehen.

 
Eine ausführlichere Beschreibung des Forschungsprojektes und seiner Ergebnisse finden Sie hier.