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Projekt „Industrie 4.0 und die Arbeitsdispositionen der Beschäftigten“

Vorstellung der Ergebnisse des Teams der HdBA und der Universität Duisburg-Essen

Die Digitalisierung der Arbeitswelt schreitet voran. Studien belegen die enorme volkswirtschaftliche wie beschäftigungspolitische Bedeutung der permanenten Weiterentwicklung von Technologie. Wie Beschäftigte die Veränderungen einschätzen, was ihre Erwartungen sind und welche Befürchtungen sowie Hoffnungen sie mit dem Wandel verbinden, ist jedoch kaum erforscht.

 
Ein Forscherteam der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA) (Prof. Dr. Ingo Matuschek) und der Universität Duisburg-Essen (Prof. Dr. Thomas Haipeter, Prof. Dr. Frank Kleemann) hat dazu nun Fallstudien in der Metall- und Elektroindustrie, der Chemie- und Pharmabranche sowie der Nahrungsmittelindustrie durchgeführt.

 
Die Ergebnisse des Projekts „Industrie 4.0 und die Arbeitsdispositionen der Beschäftigten“ zeigen, dass branchenspezifische Entwicklungspfade auf vorherige Technisierungs- und Rationalisierungsprozesse aufsetzen. Industrie-4.0-Anwendungen werden zumeist Top-Down eingeführt, umfassende Betriebsvereinbarungen dazu stellen jedoch Neuland dar.
Die Bedienung und Steuerung digitalisierter Produktionstechnik stehe zugleich für eine neue Qualität des Arbeitens: Der Abstraktionsgrad der Arbeit steigt und in diesem Zuge werden Autonomiespielräume eingeschränkt. Neue Aufgabenzuschnitte stellen somit einstige berufsfachliche Standards in Frage, was Folgen für die Arbeitsmotivation bedeutet. Dies gilt umso mehr, da Qualifizierungsmaßnahmen überwiegend als aufgabenbezogene Schulungen stattfinden, ohne digitale Kompetenz insgesamt zu stärken.

 

Die Studie ist online erhältlich unter:
http://www.fgw-nrw.de/fileadmin/images/pdf/FGW-Studie-DvA-11-Matuschek_et_al_web.pdf